Hartz IV – immer Mehr Menschen

HARTZ VI –
SO VIELE STÜTZE-EMPFÄNGER GIBT ES

Veränderung zum Vorjahr

Hartz-IV Empfänger – 4350135 / -0,2%
Sozialgeld-Empfänger (z.B.
Kinder von Hartz-Beziehern) – 1690988 / 0,6%
Sozialhilfeempfänger – 122376 / 8,7%
Renter, Frührenter mit Stütze – 962187 / 6,9%
Asylbewerber – 224993 / 36,2%
Kriegsopfer – 34268 / stabil
GESAMT – 7384947 / 1,9%

Quelle – Stat. Bundesamt

Ulrich Schneider, Chef des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes,
kritisiert den Anstieg der Stütze-Empfänger, sagte zu B.:
„Das ist ein beschämendes Armutszeugnis für die Regierungspolitik.“

Fazit: Hauptsache die Arbeitslosenzahlen Stimmen!

Mindestlohn: Das sind die perfiden Tricks der Arbeitgeber!
Tricks-Arbeitgeber

Roboter schlägt Mensch: Diese 5 Jobs werden bald durch Maschinen ersetzt!
Maschinen

Unfall / Gesundheit – Krankenversicherung

Sparen – Kfz-Versicherung

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ADHS – die schlimmste Seuche der Gegenwart?

ADHS – die schlimmste Seuche der Gegenwart?
7500 Prozent Steigerung in 13 Jahren

Nordhessen, die Welt ist im Wandel, aber das geschieht nicht erst seit heute,
sondern seit Millionen von Jahren. Doch es ging noch nie so schnell wie heute. Wir überwinden Grenze nund schaffen gleichzeitig neue,
wir globalisieren und wir technisieren. Wir können uns im Internet über alles
informieren und werden doch immer desorientierter, zugleich auch folgsamer.
Wir kommunizieren anders und die Dinge, mit denen wir umgehen, sie werden
intelligenter: angefangen vom Handy, bis zum Heizungsthermostat, das anhand der Handy-Ortung sogar erkennen kann, wo wir sind, und dann im richtigen Moment die Heizung einschaltet.

Und doch werden wir nicht freier, wir schaffen neue Gesetze, wir regeln jeden
Bereich unseres Zusammenlebens mit Richtlinien und Paragrafen und freuen uns
über jedes bisschen Freiraum, das uns noch individualität ermöglicht.
Die Gesellschaft verändert sich, mit ihr die Arbeitswelt. So, wie wir uns im
Beruf und mit unseren Betrieben spezialisieren, so agieren wir auch zu Hause.
Für die Pflege unserer Eltern sind Pflegedienste und Heime zuständig, für die
Behindertenhilfe spezielle Behinderteneinrichtungen und für die Erziehung
unserer Kinder sind Kindergarten und Schule zuständig. Es gibt immer Fachleute, die stets das Richtige tun. Wir haben es gelernt zu delegieren!
All das schafft heute neue Probleme.

ADHS-Störungen verbreiten sich seuchenartig –
7500 Prozent Steigerung in 13 Jahren

Auch in den Schulen haben sich viele Dinge geändert. Dyskalkulie,
Lese-Rechtschreib-Schwäche – früher vereinfacht Legasthemie genannt – und
ADHS greifen immer mehr um sich. Bis in die Neunzigerjahre waren diese Krankheitsbilder kaum bekannt und heute sind sie regelrecht explodiert.

ADHS ist nicht als Krankheit wie Masern oder Mumps zu verstehen.
Eine solche kann man eindeutig nachweisen oder ausschließen. ADHS ähnelt
eher Übergewicht oder Bluthochdruck. Erst wenn man davon zu viel hat,
wird es kritisch. Als Kernsymptome von ADHS werden den Unaufmerksamkeit,
Hyperaktivität und Impulsivität bezeichnet. wobei Ausprägung und Gewichtung individuell sehr unterschiedlich sein können. Und gerne wird sehr schnell
ADHS diagnostiziert.

Vom Zappelpfilipp oder Struwwelpeter zu ADHS

Den Zappelpfilipp oder den Struwwelpeter kannten unsere Urgroßeltern bereits
aus Erzählungen und Büchern. Sie gelten als Urväter der heutigen Diagnosen.
Ein paar Zahlen: Nach einer Statistik der Deutschen Gesellschaft für soziale
Psychiatrie e.V. (DGSP) gab es 1995 etwa 5000 Fälle ADHS,

2008 waren es bereits 380.000. Inzwischen, so die DSGP schluckt in fast jeder Schulklasse ein Kind ein Mittel gegen HDAS, jähliche Steigerungen
zwischen 5 und 10 Prozent werden als normal hingenommen. Jungen bekommen das
Mittel übrigends viermal häufiger als Mädchen.

Woher kommt diese explosionsartige Steigerung? Die Erklärung ist verblüffend einfach. Zum einen verändern sich Familien, Erziehungsgewohnheiten und Verantwortlichkeiten zurzeit sicherlich drastisch,
aber die Verhaltensweisen hat es schon immer gegeben.
Sie sind nicht zur Epidemie geworden,
wie die Zahlen scheinbar zum Ausdruck bringen.

Aus der sozialen Diagnose wurde eine medizinische Diagnose

Im Jahr 1992 wurde eine neue ,,Internationalle statistische Klassifizierung
der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme der ICD-10 herausgegeben.
Und darin tauchen erstmals emotionale und soziale Störungen in einem
Diagnosekatalog auf. Seitdem werden diese Diagnosen wie somatische Krankheiten gewertet und auch behandelt.
Waren bis in die 90er Jahre soziale und vor allem
pädagogische Fachkräfte zuständig, die mit lebenspraktischen Hilfen,
Therapien und vor allem Erziehungsberatung tätig wurden,
so sind plötzlich Ärtze, vor allem Psycharter,
für die Diagnose und Behandlung zuständig.
Und jetzt gibt es auch Medikamente, die eigentlich für ganz andere Krankheiten entwickelt wurden.

An ADHS wird gut verdient – Hauptsache das Symptom wird unterdrückt

Seit die Behandlung von ADAS in ärztlicher Hand ist, haben sich nicht nur die Diagnosen vertausendfacht, entsprechend verhält es sich natürlich auch mit den Medikamenten. Und dabei arbeiten Ärzte und Schulen Hand in Hand.
Verordnet werden ausschließlich Psychopharmaka, die klassische Betreuung
und Therapie findet immer weniger statt. Es passiert das, was die Schulmedizin am besten kann: Es wird das Symptom bekämpft, nicht die
soziale Ursache. Eine Heilung findet also nicht statt, was man daran erkennt,
dass immer mehr ADHS-Fälle auch im Erwachsenenalter diagnostitiert werden.
Wer es genau wissen will, wird auf Wirkstoffe wie Methylphenidad treffen
und Medikamente wie Ritalin. Die sogenannten Neuroleptika sind in Behandlung
von Psychosen wie Schizophrenie im Einsatz und im Zuge der Medizinisierung
des Krankheitsbildes wurden Kinder und Jugendliche für diese Medikamente
neu entdeckt.
Dass ist ein Milliardengeschäft für die pharmazeutische Industrie und die Ärzte ist, liegt auf der Hand. Bei Kindern sind die Verordnungen von 2006 bis 2007 allein um 400 Prozent angestiegen.
Eine Entwicklung, die niemand revidieren will, der inzwischen daran verdient.

Nebenwirkungen sind gravierend

Dass Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, extreme Gewichtszunahme, Sucht,
Leberstörungen, Schlaganfall, Depressionen, Erregungszustände, plötzlicher Herztod, stark störende motorische Bewegungsstörungen, der Abfall Weißer
Blutkörperchen, Suizidgedanken und früheres Ableben zu den Nebenwirkungen
verschiedener Medikamente zählen, wird in Kauf genommen. Dass die Medikamente
außerdem im Ruf stehen, das Gehirn langfristig und unveränderbar zu beeinflussen und auch Abhängigkeits-Symptome die für Psychopharmaka – in der Medizin gerne bestritten werden – eine Rolle spielen, wird gerne ignoriert,
Hauptsache die Kinder funktionieren wieder.
Im Einzelfall ist eine Medikation sicherlich sinnvoll, diese Steigerungssraten sind allerdings weder erklärbar noch tolerierbar.
Nebenbei sorgen sie allerdings für eine Entlastung kommunaler Haushalte,
wenn weniger Beratungsstellen und Betreuungsdienste finanziert werden müssen,
weil für die Medikamente und Ärzte schließlich die Krankenkassen zuständig sind.

Woher kommt die Krankheit?

Was aber sind die sozialen Ursachen?
folgt…

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Mit Kindern Kasse machen

Mit Kindern Kasse machen

Reportage & Dokumentation

Jeden Tag werden im Durchschnitt 100 Kinder und Jugendliche aus ihren Familien genommen
und in Einrichtungen untergebracht. Eine der sensibelsten Aufgaben des Staates
– die Betreuung in diesen Notfällen – ist nahezu komplett privatisiert.

Die Story Video anschauen >>> Reportage

Dokumentation

Mit Kindern Kasse machen

Quelle – ardmediathek

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Pegida – Anhänger

Pegida

Sie sind doch nur besorgt um ihre so geliebte Heimat, haben ja grundsätzlich gar nichts gegen Ausländer und sind schon gar keine Nazis. Was die meisten Anhänger der islam-feindlichen Bewegung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) von sich behaupten, trifft längst nicht auf alle zu.

Ex-FDP-Politiker hetzte gegen Ausländer

Über die Kurden, die sich dem Terror des „Islamischen Staates“ widersetzen, schrieb er auf Facebook: „Sie sind genauso eine große Gefahr für das zivilisierte Europa / Deutschland wie alle anderen Strömungen innerhalb der Mohammedaner.“ Däbritz war zuvor Mitglied der FDP und saß in seiner Heimatstadt Meißen im Vorstand der Liberalen.

Video: Islamisierung Deutschlands? Diese Zahlen beweisen das Gegenteil
Video: Unterhaltsam und aufschlussreich: Diese Grafiken lassen Pegida ziemlich blöd aussehen

Islamisierung Deutschlands

Auf den Punkt gebracht!

Nachdem ich in den letzten zwei Tagen hunderte Postings von PEGIDA-Anhängern gelesen hab und diese Postings auch teilweise provokant hinterfragt habe, kam ich zu dem für mich doch recht überraschenden Ergebnis:
Das was ich in den Postings von PEGIDA-Anhängern zu lesen bekomme, verursacht in mir ein ebenso mulmiges Gefühl in der Magengegend, wie die Postings von radikalen linken- , ultrarechten- oder fanatisch religösen Gruppierungen in diesem Lande.
Weil korrupte und kriminelle deutsche Politiker, zusammen mit einer korrupten und kriminellen deutschen Wirtschaft, dieser Politik- und Demokratieverdrossenheit einen fruchtbaren Nährboden gegeben haben, wird dies für den Verfall des demokratischen Wertesystems verantwortlich sein.
Diese Strömung und dieser Verfall, ist in ganz Europa zugegen und der ganze Kontinent mit seiner europäischen Demokratieauslegung, steht vor dem Zusammenbruch.
Durch zusätzlichen Terrorismus wird die ganze Situation noch viel prekärer, als sie ohnehin schon ist und kann diesen Zusammenbruch zusätzlich beschleunigen.
Mir ist es egal, wenn diese Werte hier den Bach runtergehen, ich geh dann einfach nach Hause, für meine Frau und meine Kinder wird es jedoch schwieriger.
Ein Leben ohne Demokratie, in diesem Land, ist für uns zumindest nicht akzeptabel und genau dahin driftet das alles, weiterhin viel Spass beim kaputtmachen.

Quelle - M. Glenn

Islamisierung Deutschlands

Damals durften die DDRler auf die Strasse gehen und WIR SIND DAS VOLK rufen. Da war alles schon geregelt.
Und heute ist das anders. Die mit DDRler besetzte Regierung mit dem Kuckuksei hat keine andere Alternativen und sieht sich bedroht an den Futtertroegen. Da wird verleumdet, gehetzt und gewarnt. Ehemalige SEDler sitzen an den fettesten Troegen und werden wie
Marionetten gegaengelt. Von wem wohl?? Man beisst doch nicht die Hand die einen fuettert.Da werden Luegen verbreitet, ohne das Programm gelesen zu haben, Angst breitet sich aus, denn jeder weiss, was ggt auf ihn zukommt.
Seit Jahren wird das Volk verar....t. Ukraine!! Da wird eine..... aus dem Gefaengnis befreit, die vorher jahrelang ihr eigenes Volk bestohlen hat, da wird ein Aufstand aufgefuehrt und hinterher sind die anderen Schuld ( Putin). Der kann nur noch staunen, wozu das kleine
Deutschland faehig ist.
Seltsam, wenn es wie vor einiger Zeit gegen die Banken geht, werden die Prostestierer
in den Schwitzkasten genommen.

Warten wir es ab. 2015 wird in die Geschichte eingehen, auch ohne Kuchen!!

Quelle - F. Juergen

Islamisierung Deutschlands

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Master of the Universe

Ein Banker redet Klartext:

Der „Master of the Universe“ Dokumentarfilm – Der Banker

Von Menschen und Märkten: In einer preisgekrönten Doku erzählt ein Investmentbanker vom Leben vor und nach der Finanzkrise, von Größenwahn und tiefem Fall. Und davon, dass sich rein gar nichts geändert hat.

Rainer Voss lacht leise, Sehnsucht wird spürbar, wenn er von den goldenen Zeiten der Investment-Branche erzählt. Von damals, als das Büro „eine Steuerzentrale vom Raumschiff Enterprise war, in dem man sich als „Master of the Universe fühlen durfte, als quasi „gottgleiches Wesen. Vom ersten Arbeitstag an verdiente er, der Sohn eines Heizungsingenieurs, mehr als sein Vater am Ende des Berufslebens: „Es war eine richtig tolle Zeit.

Dieser Mann hat etwas zu erzählen…

ARD Mittagsmagazin

Reportage-dokumentation

Movie Master of the Universe

Dran ist zuletzt der Steuerzahler

„Der Banker – Master of the Universe von Regisseur Marc Bauder ist ein Film, ist vielleicht DER Film zur Finanzkrise. 22 Sekunden wird eine Aktie heute angeblich gehalten. Im Schnitt. Früher waren es noch vier Jahre. „Das kann mir keiner erklären, meint Voss. Er, der Branchenkenner, staunt noch heute, wie schnell solche Entscheidungsprozesse funktionieren. Innerhalb der Banken und in den Köpfen ihrer Händler, aber auch für Rettungsschirme für die Banken. „Da sind dann die Steuerzahler dran, sagt er. Und mit einem Hauch von Reue:

„Wie soll ich das mal meinen Kindern erklären? Was geschehen ist, erklärt Voss auf hohem Niveau, er setzt banken- und volkswirtschaftliches Wissen voraus. Doch die Botschaft der Doku versteht auch der Laie: „Die Märkte? Es gibt nicht die Märkte. Da entscheiden Menschen. Und wenn man denen sagt: Hört auf – dann hören die auf. Warum passiert nichts? Weil niemand mit irgendetwas anfängt.

Master of the Universe!!

ARD Mittagsmagazin

Reportage-dokumentation

Vorschau Dokumentarfilm



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Sozialbetrug – Beamte kassieren doppelt Kindergeld!

Sozialbetrug
Beamte kassieren doppelt Kindergeld!

Berlin – Bei Sozialbetrug kennt der Staat keine Gnade – außer bei seinen Beschäftigten!

Beamte können nach Ansicht der Grünen fast ungestört beim Kindergeld betrügen!
Finanzexpertin Lisa Paus 45 Tausende tun das.

Es sei ein Skandal, dass die Regierung auf Sozialmissbrauch durch Rumänen und Bulgaren schimpfe,
aber die eigenen Beamten verschone, sagte Paus zu BILD.

Dabei fand der Bundesrechnungshof schon 2009 heraus: Arbeitet mindestens ein Elternteil im öffentlichen Dienst,
kann für ein Kind zweimal kassiert werden. Grund: Die zuständigen Familienkassen
(fast 8000 Auszahlungsstellen bundesweit) tauschen untereinander keine Daten aus! Entdeckungsgefahr: keine!

Stichproben ergaben 2400 Fälle mit 6,5 Mio. Euro Schaden. Passiert ist seitdem nichts!

Außerhalb des öffentlichen Dienstes kommt das Kindergeld zentral über die Bundesanstalt für Arbeit.
Dort fiele ein Betrug bei Normalbeschäftigten sofort auf.

Nun verspricht das Finanzministerium Besserung: Kindergeld soll für alle über die Steuernummer des Kindes ausgezahlt werden. Nur: Dafür gibt es noch nicht mal einen Gesetzentwurf! (pet) :-)

Quelle – Beamte kassieren…

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ZITAT DES MONATS

>> Ein Mensch unter Beobachtung ist niemals frei;
und eine Gesellschaft unter ständiger Beobachtung ist keine Demokratie mehr. <<

Juli Z. und 562 International anerkannte Autoren haben sich
zu einer Intervention gegen die Gefahren der systematischen Massenüberwachung zusammen geschlossen.
Der Aufruf des >>Writers Against Mass Surveillance wurde auf Initiative von Juli Zeh,
Illja Trojanow, Eva Menasse, Janne Teller, Priya Basil,
Isabel Fargo Cole und Josef Haslinger
am 10. Dezember 2013, dem Tag der Menschenrechte,
in mehr als 30 Internationalen Zeitungen veröffentlicht.

Quelle – KOMPAKT

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Mehr als nur Freundschaft: Männer möchten mit befreundeten Frauen Sex

Mehr als nur Freundschaft: Männer möchten mit befreundeten Frauen Sex

Eine Illusion, dass Frau und Mann Freunde sein können, ohne dass Sex dazwischenkommt? Forscher kennen die Antwort.KEYSTONE/IMAGE SOURCE
Eine Illusion, dass Frau und Mann Freunde sein können, ohne dass Sex dazwischenkommt? Forscher kennen die Antwort.KEYSTONE/IMAGE SOURCE
Psychologen untersuchten, was in Köpfen derer vorgeht, die angeblich nur befreundet sind. Sie kommen zum Schluss: Männer sehen in einer solchen Freundschaftsbeziehung auch die Chance auf Sex und Romantik. von Juliette Irmer

Kann es dauerhafte Freundschaft zwischen Männern und Frauen geben, ohne dass dabei Erotik mit im Spiel ist? Die Frage ist so alt wie ungeklärt. Spätestens seit der Liebeskomödie «Harry und Sally» wird diskutiert, ob es zwischengeschlechtliche Freundschaften geben kann.

Der Student der Utah State University fragt Kommilitonen, ob Frauen und Männer Freunde sein können. Die Frauen bejahen die Frage spontan. Die Männer hingegen zögern, lächeln wissend und verneinen. Männer hätten nun einmal bestimmte Gefühle, und sicher, man könne diese verschweigen, aber die Gefühle seien nun mal da.

Die Frauen, mit der Frage konfrontiert, ob sie denn glauben, dass ihre Freunde insgeheim gerne mit ihnen anbändeln würden, gestehen grinsend: «Ja sicher!» Entsprechend betitelt der Student seinen Kurzfilm mit «Warum Männer und Frauen keine Freunde sein können.»

Nutzen und Last der Beziehung

Ein Forscherteam um April Bleske-Rechek von der Universität von Wisconsin-Eau Claire beschäftigte eine andere Frage: Sie wollten herausfinden, welchen Nutzen oder welche Last Männer und Frauen durch eine solche Beziehung erfahren. Sie untersuchten dazu die Freundschaften von mehr als 400 Erwachsenen, die zwischen 18 und 52 Jahre alt waren («Journal of Social and Personal Relationship»).

Bleske-Rechek zufolge sind zwischengeschlechtliche Freundschaften ein noch sehr junges Phänomen in der Stammesgeschichte des Menschen. Deswegen kommen beim Kontakt zum anderen Geschlecht, automatisch und oft auch ungewollt, tief verwurzelte Paarungsstrategien zum Einsatz – die Ergebnisse ihrer Studie bestätigen das.

Während einer ersten Befragung sollten 88 befreundete Paare getrennt voneinander und anonym die Stärke der Anziehungskraft in ihrer Freundschaft beurteilen. Ausserdem sollten die Probanden angeben, ob sie sich ein romantisches Rendezvous mit ihrem Freund vorstellen könnten. Das Ergebnis: «In den meisten Fällen existierte wenigstens ein Minimum an Anziehung zwischen den Männern und Frauen, selbst wenn beide beteuert hatten, dass ihre Freundschaft rein platonisch sei», sagt Bleske-Rechek. Vor allem die Männer fühlten sich von ihren Freundinnen angezogen und zeigten sich bei dem Gedanken an ein mögliches Tête-à-Tête sehr angetan. Die Freundinnen waren weniger begeistert. «Männer sind darauf programmiert, sich keine sexuelle Gelegenheit entgehen zu lassen», sagt Bleske-Rechek. Frauen hingegen seien wählerischer. Dahinter stecke eine einfache evolutionsbiologische Annahme: Ein Mann, der mit 20 Frauen schläft, produziert sehr wahrscheinlich mehr Nachkommen als ein Mann, der nur mit einer Frau schläft. Eine Frau hingegen, die mit 20 Männern schläft, wird nicht unbedingt mehr Babys gebären, als eine Frau mit nur einem Sexpartner.

Unterschiedliche Funktion

David Buss von der University of Texas ist einer der Hauptvertreter der sogenannten evolutionären Psychologie, also dem Forschungszweig, der das Verhalten des Menschen mithilfe der Erkenntnisse aus der Evolution erklärt. Buss bestätigt gegenüber der az: «Für Männer und Frauen hat eine solche Freundschaft eine unterschiedliche ‹Funktion›. Frauen suchen eher Schutz, Hilfe und einen Platzhalter. Für Männer bedeutet eine solche Freundschaft auch die Chance auf Sex und Romantik.»

Bleske-Rechek und ihre Kollegen führten eine weitere Befragung durch. Die Teilnehmer waren ebenfalls mit einer Person des anderen Geschlechts befreundet, waren aber zudem liiert. Die Probanden sollten die Vor- und die Nachteile einer zwischengeschlechtlichen Freundschaft aufzählen sowie die eigene Liebesbeziehung analysieren. Alle Befragten zählten mehr Vor- als Nachteile auf. Männer wie Frauen schätzen besonders den «Einblick in die Gedankenwelt des anderen Geschlechts». Die Anziehungskraft zwischen den Geschlechtern empfanden viele Teilnehmer als eher hinderlich für ihre Freundschaft. Die Psychologen erkannten folgenden Zusammenhang: Je mehr sich die Probanden von ihrem Freund oder ihrer Freundin angezogen fühlten, desto unzufriedener waren sie in ihrer Partnerschaft.

Partnerschaft leidet darunter

Unklar ist, was Ursache oder was Wirkung ist. «Entweder übt die Anziehungskraft eines Dritten einen schlechten Einfluss auf die bestehende Partnerschaft aus», so Bleske-Rechek, «oder aber Menschen in einer unglücklichen Partnerschaft schauen sich nach einem anderen potenziellen Partner um.» Eine Freundschaft zwischen den Geschlechtern mag schwierig sein, unmöglich ist sie nicht: «Natürlich können Frauen und Männer ‹nur Freunde› sein», sagt Buss, «für Männer ist es nur ein bisschen schwieriger als für Frauen.»
(az Aargauer Zeitung)

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Schuldenfalle Restschuldversicherung

 

Schuldenfalle Restschuldversicherung

Statt vor einer Überschuldung zu schützen, wenn man einen Kredit aufgrund von Tod, Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit nicht mehr ordentlich bedienen kann, führt die Restschuldversicherung oder Kreditausfallversicherung meist direkt in diese. Nicht umsonst wird der beinah-verpflichtende Charakter dieses Versicherungsproduktes immer mehr als moderner Wucher aufgefasst, der selbst in zinsstabilen und zinsgünstigen Zeiten scheinbar billige Darlehen bis zur Untilgbarkeit verteuert.

Absicherung gegen den absoluten Notfall

Die Restschuldversicherung ist dabei vom Grundgedanken nichts schlechtes, da sie den Kunden eigentlich vor einer möglichen Überschuldung schützen soll, wenn dieser aufgrund des Todes eines Kreditnehmers (Variante 1), von Arbeitslosigkeit (Variante 2) oder (vorübergehender) Arbeitsunfähigkeit (sowie Tod und Arbeitslosigkeit, Variante 3) nicht mehr in der Lage sein sollte, den ursprünglich geschlossenen Kreditvertrag zu bedienen.

Schuldenfalle RestschuldversicherungDie Restschuldversicherung ist dabei vor allem zur Absicherung großer Darlehen angedacht, damit das Risiko seitens der Banken und der Kunden minimiert werden kann und z. B. die Zwangsvollstreckung von beliehenen Sicherheiten vermieden wird. Mittlerweile werden Restschuldversicherungen aber geradezu inflationär bei vielen verschiedenen Kreditprodukten angeboten und gemessen an der Art, wie diese verkauft werden, Kunden fast schon als zwingender Bestandteil eines Darlehens aufgedrängt.

Für Banken und Versicherungen höchst lukrativ

Aus Sicht der Versicherungen kann man die Policen teuer verkaufen bei einer geringen Chance, dass sie überhaupt in Anspruch genommen werden – zum einen aufgrund der eng gesteckten Bedingungen, zum anderen, weil über 90 – 97 % aller Kredite und Darlehen ordentlich bzw. vollständig getilgt werden. Nur in 3 % aller Fälle kommt es zu einem Kreditausfall und auch hier muss die Versicherung in den seltensten Fällen wirklich einspringen, weil der Tilgungsausfall nicht unter die Versicherungsbedingungen fällt (da z. B. selbstverursacht).

Aus Sicht der Banken lässt sich mit dem Verkauf einer Restschuldversicherung zusätzlich zu einem Kredit auch dann noch ein ordentlicher Profit erzielen, wenn die Zinsen im Keller sind. Denn: Für die „Vermittlung“ der Restschuldversicherung an einen Kunden kassieren die Banken Provisionen der Versicherungsgesellschaften, die teilweise mehr als 50 % der Police der Restschuldversicherung ausmachen!

Durch die oft unangemessene Höhe der Restschuldversicherungen, die in der Regel 7 – 11 % der eigentlichen Kreditsumme, aber in Grenzfällen auch über 30 % dieser betragen können, verteuert sich der Kredit in drastischer Weise, oft sogar weit über ein Zinsniveau, welches als „Wucher“ sittenwidrig ist.

Ein weiteres Manko: Da die Police der Versicherung noch zusätzlich auf die Kreditsumme aufgeschlagen wird, verteuert sich nicht nur der effektive Zins durch die Restschuld extrem, sondern auch die Kreditsumme wird erhöht. Die Folge: eine höhere Summe verlangt meist eine längere Laufzeit, um die monatlichen Raten zahlen zu können – und eine längere Laufzeit schlägt sich in einem höheren Zins (je niedriger, je kürzer die Laufzeit) nieder. Der Zins verteuert auch wieder die Restschuldversicherung, da dieser für die gesamte Laufzeit und die ursprüngliche Summe zusätzlich der Police fällig wird.

Vorsicht: Kettenkredit!

Es gibt nicht wenige Fälle von Kunden, die durch dieses Geschäftsgebaren in die Schuldenfalle geraten sind, da sie häufig den Kredit bis Laufzeitende nicht bedienen konnten, und einen neuen Kredit aufnehmen müssen (Anschlussfinanzierung), welcher natürlich wieder mit einer Restschuldversicherung verbunden ist. Am Ende hat man so einen Kettenkredit, der sich immer weiter verlängert und aus dem man kaum noch herauskommt.

Konditionen für Laien kaum erkennbar

Wenn man das liest, kann man sich nur denken: Wer so einen extrem unvorteilhaften Vertrag abschließt, ist schließlich selbst schuld! Häufig wissen viele aber nicht, was sie da eigentlich unterschreiben und sehen auch den tatsächlichen effektiven Zins nicht, Schuldenfalle Konditionenda sich mit diversen Rechentricks in einem Beratungsgespräch die tatsächlichen Kosten weit weniger dramatisch darstellen lassen – z. B. indem die Kosten für die Restschuldversicherung nicht in den effektiven Zins eingerechnet werden oder die Restschuldversicherung vom eigentlichen Kredit komplett abgetrennt behandelt wird.

Dazu kommt der leichte Druck, der oft in einem Beratungsgespräch ausgeübt: Natürlich wird kein Berater so weit gehen, einen Kunden zum Abschluss einer Versicherungen direkt zu nötigen oder ihn dazu zu zwingen, aber oft wird subtil vermittelt: keine Restschuldversicherung, kein Kredit, da ohne Restschuldversicherung den Banken das Risiko zu groß ist.

Schutz im Notfall absolut unbrauchbar

Die Restschuldversicherung fällt jedoch nicht nur durch ihre zinssteigernde Wirkung negativ auf, sondern auch dadurch, dass sie im Falle des Falles, also Tod, Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit noch nicht einmal direkt oder voll einspringt. Gegen alle 3 Schicksalsschläge sichert ohnehin nur die teuerste Variante der Restschuldversicherung, oft als Rundum-sorglos Paket oder Versicherung bezeichnet, ab – und das auch nur für in der Regel bis zu 12 Monate.

In bestimmten Fällen entfällt der Schutz übrigens generell, denn wer unter 18 Jahren und über 54 Jahren als ist (bei Eintritt des Versicherungsfalles), ist vom Versicherungsschutz häufig ausgenommen. Wer seine Arbeitsstelle von sich aus kündigt (worunter auch ein Aufhebungsvertrag mit Abfindungen fällt), kommt ebenfalls nicht in den Genuss des Versicherungsschutzes gegen Arbeitslosigkeit – übrigens auch dann nicht, wenn er seine Stelle in den ersten 6 Monaten nach Vertragsbeginn verliert.

War man bei einem Verwandten beschäftigt, oder hatte man in seinem (ehemaligen) Beruf eine bestimmte Wochenarbeitszeit unterschritten oder gar einen befristetes Arbeitsverhältnis gibt es ebenfalls nichts – abschließen darf man die Versicherung trotzdem! Ein Schelm, wer böses denkt…

Die Absicherung gegen Arbeitsunfähigkeit ist fast ebenso bedeutungslos, da die Restschuldversicherung meist verlangt, dass man eine Wartefrist von teils mehreren Monaten einhalten muss. Und erst dann zahlt sie – vielleicht, denn sollte der Grund für die Berufsunfähigkeit oder Krankheit schon im Ansatz vor Aufnahme des Versicherungsverhältnisses bestanden haben, gibt es natürlich nichts.

Summa summarum kommt der Kostenaspekt ins Spiel: Eine Versicherung, die bei einem Darlehen über 10.000 Euro 1.000 Euro kostet, zahlt bei einem niedrigen monatlichen Raten nicht einmal ihren eigene Wert zurück.

Bessere Alternative

Wer wirklich Wert auf eine Absicherung der Familie im Todesfall oder Arbeitsunfähigkeit legt, damit diese dann nicht auf einem Schuldenberg sitzen bleiben, sollte lieber eine Risikolebensversicherung anstatt einer Restschuldversicherung abschließen oder eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung. Sollte man diese existenzsichernden ohnehin schon abgeschlossen haben, kann man auf eine Restschuldversicherung getrost verzichten.

Wichtig: Sollte man „widerspenstig“ sein und eine Restschuldversicherung nicht abschließen wollen, wird diese Alternative, häufig bei endfälligen Darlehen, auch von der Bank aus angeboten. Trotzdem sollte man sich stets unabhängig von der Bank darum kümmern, da zum einen der Vergleich wegfällt und man, bedingt durch die hohen Provisionen, oft wesentlich mehr zahlt.

Kredit und Versicherung? Finger weg!

Grundsätzlich gilt: Ein Kredit und eine Versicherung sind zwei verschiedene Dinge – und so sollte man sie auch behandeln, wenn man vor bösen Überraschungen gefeit sein möchte. Schließlich kauft auch niemand an der Tankstelle ein neues Auto, auch wenn ein Zusammenhang bestehen mag.

Zudem kann jeder Kunde, wenn er sich unsicher ist und meint, das Ganze nicht gut genug selbst beurteilen zu können, den die Police vor Abschluss noch einmal von einer Verbraucherzentrale überprüfen lassen – verweigert die Bank dies, sollte man schleunigst von einer Vertragsunterzeichnung Abstand nehmen.

Vertrag abgeschlossen – was nun?

Sollte man in der unglücklichen Position sein, doch eine zu teure Restschuldversicherung abgeschlossen zu haben, so ist noch nicht aller Tage Abend, da der Versicherungsvertrag noch bis zu 14 Tage nach Unterschrift bzw. nach der Rücktrittsbelehrung widerrufen werden kann. Ist auch diese Zeit abgelaufen, bleibt nur noch den Kredit zu kündigen, die Vorfälligkeitsentschädigung zu zahlen. Schuldenfalle KreditDas ist in der Regel sehr teuer, da die Summe natürlich komplett zurückbezahlt werden muss, sowie etwas mehr, aber meist immer noch billiger, als den Kredit bis zum Vertragsende zu bedienen.

Alternativ, sollte der Kreditzins durch die Restschuldversicherung extrem verteuert werden, lohnt sich auch ein Gang vor das Gericht. Sollten die Kosten/ der effektive Zins ca. 100 % über dem vergleichbarer, marktüblicher Angebote liegen (z. B. durch eine viel zu teure Versicherung), kann der Vertrag als sittenwidrig angefochten werden. Sollte man vor Gericht Erfolg haben und das Gericht dem folgen, wird der Vertrag rückabgewickelt – auch hier muss jedoch das geliehene Geld zeitnah (heißt oft: sofort) an die Bank zurückgezahlt werden.

 

Wichtig: Die Provision, die bis zu 50 % der Police ausmachen kann, muss bei einer Kündigung der Versicherung ggfs. nicht zurückbezahlt werden. Sollte die Provision der Bank bei einer Versicherungspolice von 8.000 Euro etwa 4.000 Euro betragen, so werden häufig nur 4.000 Euro zurückerstattet. Falls der Versicherungsfall eintreten und der Anbieter der Restschuldversicherung die Zahlung mit dem Verweis auf die Versicherungsbedingungen verweigern sollte, sollte man sich nicht abwimmeln lassen und diese ggfs. auch überprüfen lassen. Wird man zu sehr benachteiligt, können diese als nichtig gewertet werden und der Versicherer muss zahlen.

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Sind wir zusammen? Oder was? Das Leben als Mingle

Sind wir zusammen? Oder was? Das Leben als Mingle

vonNicola Erdmann

 

Die Zeiten, in denen ein Kuss oder zumindest der erste Sex es besiegelten, klarmachten, dass das hier nun eine besondere und exklusive Beziehung zwischen zwei Menschen ist, sind vorbei. Leider.
Ob sie ihm als Gastgeberin bei seiner Party helfen wolle, hatte er sie gefragt. Klar wollte Marnie das. Wenn sie an seiner Seite ein Fest geben würde, könnte doch das Verhältnis zu diesem Mann endlich offiziell den Beziehungsstatus erreichen! Also kaufte Marnie sich extra ein neues Kleid, begrüßte die Gäste, half in der Küche.
Bis er, der Mann, mit dem sie am Morgen noch Sex hatte, ihr im Weinkeller diese Frage stellte: „Findest du 500 dafür okay?“ – „Was, Dollar?“ „Ja.“ „Du musst mich doch nicht bezahlen – ich bin doch deine Freundin.“ Er lacht. „Das hab ich ja überhaupt nicht gewusst.“
Für Marnie, Protagonistin der US-TV-Serie „Girls“, die sich mit den großen und kleinen Lebensproblemen vierer New Yorkerinnen zwischen Mitte und Ende zwanzig beschäftigt, bricht damit eine kleine Welt zusammen – während er überhaupt nicht versteht, was das Problem ist. „Aber wir hatten Sex!“, sagt sie, „Ja und?“, fragt er.
Etwas Halbes, nichts Ganzes

Das, was die beiden leben, ist eine Beziehungsform, die es so in jedem Bekanntenkreis gibt, die viele der Generation um die dreißig wohl selbst schon erlebt haben oder noch erleben werden. Man kann es Halb-Beziehung nennen – oder auch Mingle-Dasein. „Mingle“, so erklärt es der Hamburger Trendforscher Peter Wippermann, ist eine Wortschöpfung aus „mixed“ und „Single“.
Der Begriff, der noch nicht so gebräuchlich wie „Fuckbuddy“ oder „Friends with Benefit“ ist, für Beziehungen, in denen man „nur“ miteinander schläft, definiert endlich etwas, was nicht definiert ist. Irgendwie ist man offiziell noch Single, vermischt diese Lebensweise aber mit der eines Pärchens.
So trifft man einen Menschen, den man anziehend findet, man lernt sich kennen, mag sich, küsst sich. Man trifft sich wieder, schreibt sich flirtige Nachrichten, irgendwann hat man das erste Mal Sex, man trifft sich immer wieder, in größeren, in kleineren Abständen. Manchmal geht man auch ins Kino, manchmal telefoniert man, manchmal hört man aber auch ein paar Tage nichts voneinander.
Während das so dahinplätschert, kommen irgendwann diese Fragen auf: Was ist das jetzt eigentlich? Sind wir zusammen? Warum sagt der andere nichts dazu? Stellen wir einander unseren Eltern vor? Schenken wir uns etwas zum Geburtstag? Ist es dann offiziell?

 
Beziehung in der Schwebe

Die Zeiten, in denen ein Kuss oder zumindest der erste Sex es besiegelten, klarmachten, dass das hier nun eine besondere und exklusive Beziehung zwischen zwei Menschen ist, sind vorbei. Leider. Denn heute ist es kompliziert, anstrengend, die Mingle-Beziehung fühlt sich an wie ein Drahtseilakt auf den eigenen Gefühlen.
Gibt man zu viel von sich preis, wenn man nach Klarheit verlangt? Blamiert man sich, so wie Marnie, wenn man eine Beziehung vermutet, wo der andere nur eine Affäre sieht? Aber wie kann er eine Affäre in etwas vermuten, was sich doch nach so viel mehr anfühlt: Man geht doch schließlich auch gemeinsam aus, trifft Freunde, spricht über Femen-Aktionen oder Harald Schmidt.
„Ich beobachte das tatsächlich als Phänomen: Viele Leute wissen nicht mehr, ob sie nun in einer Beziehung sind oder nicht“, sagt Diplom-Psychologin Wiebke Neberich, wissenschaftliche Beraterin bei eDarling. „Auffällig wurde es für mich, als ich für die Humboldt-Universität eine Studie durchführte und zu Beginn des Fragebogens die demografischen Angaben abfragte, Alter, Geschlecht, Beziehungsstand.“
Zahlreiche der Teilnehmer hätten hier nämlich kein Kreuzchen machen können – waren sie nun alleinstehend oder in einer Beziehung? Sie hätten es schlicht nicht gewusst, berichtet Wiebke Neberich, „ich habe dann mit den Leuten gesprochen, die mir erzählten, sie würden sich zwar mit jemandem treffen, aber was genau das sei, das könnten sie nicht sagen.“

 

Kapitalismus auf dem Partnermarkt

Es gibt verschiedene Gründe für diese neue Unverbindlichkeit. Der zentrale und wichtigste ist wohl die Angst, zu viele andere, vielleicht bessere Möglichkeiten auszuschließen, wenn man sich eindeutig zu einem Menschen bekennt. „Der Partnermarkt funktioniert zunehmend nach dem kapitalistischen Gedanken der Gesellschaft“, sagt Lisa Fischbach, Diplom-Psychologin bei Elite Partner.
„Da ist die ständige Optimierungstendenz, der Gedanke, dass es vielleicht noch einen Besseren gibt.“ Das sei insofern problematisch, weil es permanente Unruhe und Verunsicherung mit sich bringe, die auf dauerhafte Bindung und Geborgenheit kontraproduktiv wirke.
Und das doch auf zwei Seiten: Der, der glaubt, er könne jemanden finden, der wirklich alle Ansprüche erfüllt, kann mit jemandem, der nur einige der Ansprüche erfüllt, nicht bedingungslos glücklich werden, kann sich nicht entspannen, sich nicht auf eine Beziehung einlassen.
Die große Freiheit, das Gefühl, das auch das scheinbar unendliche Angebot des Online-Datings vermittelt, dass immer nur einen Klick weiter doch jemand sein könnte, wird so zum Gefängnis. Zum Gefängnis aus Angst, etwas oder jemanden zu verpassen.
Daraus wird schnell eine Angst vor zu großer Nähe – denn mit der Nähe käme doch der Zeitpunkt, an dem man sich bekennen muss. Und natürlich ist derjenige, der bereit wäre, sich zu binden, aber an genau so jemanden gerät, ebenso ein Opfer der Mingle-entalität. Eines das unverschuldet in diese Halb-Beziehungssituation gerät und darin feststeckt.


Eine Frage des Selbstbewusstseins

Es scheint doch wahrlich wie eine Falle: Verlangt, fragt, fordert man zu viel, läuft man Gefahr, den anderen zu verschrecken und zu vertreiben. Macht man das Ganze mit, leidet man unter dieser quälenden Ungewissheit, dem Gefühl hier die ganze Zeit irgendwie hingehalten zu werden. Gerade jüngere Menschen mit weniger Beziehungserfahrung würden unter diesem Phänomen leiden, berichtet Lisa Fischbach.
Es fehlt das Wissen, dass es doch mit keinem Partner auf Dauer hundertprozentig perfekt läuft. Es fehlen Mut und vielleicht auch Selbstbewusstsein, die Dinge aus- und anzusprechen, es herrschen Unsicherheiten über Dynamiken in Beziehungen. Und so landet man allzu schnell in der Mingle-Falle.
Doch nicht nur die Angst, den einen zu verpassen, wenn man sich zu dem oder der anderen mal so richtig bekennt, bremst den Bindungswillen, auch der explizite Wunsch nach Selbstverwirklichung stellt sich, gerade bei der Generation um die dreißig, dem bekennenden Pärchendasein entgegen.
Reinhold Popp, wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Zukunftsstudien in Salzburg, beschäftigt sich auch mit Theorien rund um die Zukunft von Beziehungen. Er stellt fest: „Die Menschen haben eine immer größere Sehnsucht nach Freiheit. Also versuchen sie auch, so eine ‚offizielle‘ Entscheidung für eine Beziehung so lange wie möglich hinauszuschieben.“ Die bringe schließlich weitere Verpflichtungen mit sich, „da kommen dann Fragen nach einer gemeinsamen Wohnung oder Kindern auf“, sagt Popp.
So bleibe man lieber in einer „mittleren Unsicherheitsposition“. Denn auch wenn junge Menschen sich theoretisch eine Beziehung wünschen – eine Allensbach-Studie belegte unlängst, dass 56 Prozent der unter 24-Jährigen eine Partnerschaft für das „Wichtigste im Leben“ halten –, sieht die Realität anders aus.
„Es gibt ein Spannungsfeld zwischen Wunsch und Wirklichkeit“, sagt Popp. „Die Sehnsucht nach einer Beziehung ist da, wenn sich aber Komplikationen auftun, lebt man lieber noch ein wenig länger sein buntes Leben.“

 

Kein Commitment, viel Stress

Kompromisse machen oder wegen Freund oder Freundin Nachteile in Kauf nehmen? Das erscheint vielen unattraktiv. „Bei unter 30-Jährigen liegt der Fokus noch sehr stark auf den eigenen Bedürfnissen. Und zu denen zählt in diesem Alter noch nicht das nach einem festen Commitment“, sagt Wiebke Neberich. Stattdessen wolle man sich unabhängig weiterentwickeln, herausfinden, was und wen man wirklich will.
Und macht es sich leicht, scheinbar. Führt halbe Beziehungen, bei denen man nicht Schluss machen muss, weniger Pflichten hat, datet parallel mehrere Menschen, alles ganz locker eben. Aber ist es das wirklich?
„Natürlich ist das Ganze unglaublich stressig, aber man nimmt den Stress in Kauf, solange man empfindet, dass die Vorteile einer solchen Lebensweise überwiegen“, sagt Neberich. Doch so locker manch einer diese Dating-Situation finden mag, für den anderen kann sie eine Qual bedeuten.
Wer sich nicht binden mag, dabei aber widersprüchliche Signale sendet, weil er eben doch ganz gerne mal ein Wochenende auf dem Sofa kuschelt und in Kauf nimmt, dass der andere sich Ernstes erhofft, wo nichts Ernstes sein soll, fügt dem Partner (der ja keiner sein soll) echten Schaden zu.
Es macht traurig, das Gefühl zu haben, nicht zu genügen, nur der Lückenbüßer zu sein, bis etwas Besseres kommt. Und es kann dauerhaft Probleme im Leben des anderen verursachen, wenn der unfreiwillige Mingle dann selbst in der darauffolgenden Paar-Situation zögert und zaudert, weil er Angst hat, wieder so verletzt zu werden.

 

Frauen hoffen – und wissen es einfach nicht

Klassischerweise sind es meist Frauen, die in solche Situationen geraten, die „hoffen“, in einer Beziehung zu sein. Es aber nicht wissen. Die Soziologin Eva Illouz, die in diesen Zusammenhängen so gerne zitiert wird, konstatiert, dass generell eher Männer sich lieber gar nicht fest binden, als dies mit dem Gefühl zu tun, nicht die Allerbeste an ihrer Seite zu haben.
Auch, weil sie ihr Selbstwertgefühl nicht aus Partnerschaft und Ehe gewinnen – im Gegensatz zu Frauen, die sich nach wie vor über Familie definieren.
So berichtet mehr als jede dritte Singlefrau zwischen 20 und 39, bei der Partnersuche „stets nur bindungsunwilligen Männern“ zu begegnen. Natürlich sorgt auch der Kinderwunsch der Frauen ab dreißig dafür, dass sie dann eher bereit sind, sich festzulegen als Männer.
Und doch müssen die Männer – und natürlich auch die Frauen, die sich beim Gedanken an eine feste Beziehung noch beklommen ans Herz fassen, Klartext reden, miteinander, übereinander. Und Mut zum Bekenntnis aufbringen. Füreinander, gegeneinander oder zumindest dazu, sich nicht bekennen zu wollen.
Aber auch das auszusprechen, kann die Lage entspannen, das Gedankenkarussell des anderen, der vorher jede kleine Geste überinterpretieren musste, jedes Wort im Kopf Hunderte Male hin und her dachte, stoppen. Und eine Entscheidung erlauben: Kann und möchte man so weitermachen – oder eben nicht.

Eine Entscheidung kann befreien
„Wo kaum mehr etwas durch Zwänge bestimmt oder gesellschaftlich angebahnt wird, wird es immer wichtiger, sich zu entscheiden – für einen Partner oder eine Beziehungsform“, sagt auch Psychologin Lisa Fischbach.
Man muss sich also selbst ein wenig der allzu großen Freiheit berauben, um wieder frei durchatmen zu können. Denn: So eine Entscheidung macht tatsächlich frei – und löst den ganzen Stress von hinten auf. „Studien zeigen“, so sagt Wiebke Neberich, „dass man Partneralternativen automatisch abwertet, wenn man sich einmal für jemanden entschieden hat.“
Dann muss man das nur noch mitteilen – und fragen, ob der andere das auch so sieht und auch so möchte. Und sich nicht scheuen und ewig über die richtigen Worte nachdenken. Manchmal ist einfach am besten. So wie Bauer Christian seine Elke in der im Dezember zu Ende gegangenen „Bauer sucht Frau“-Staffel fragte: „Ich find‘ dich so toll. Was hältst du denn davon, wenn wir zusammen eine Beziehung starten?“
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