{"id":51,"date":"2012-06-04T15:26:04","date_gmt":"2012-06-04T15:26:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gibs-mir.com\/blognews\/?p=51"},"modified":"2012-06-04T15:43:31","modified_gmt":"2012-06-04T15:43:31","slug":"moderne-sklaverei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gibs-mir.com\/blognews\/?p=51","title":{"rendered":"Moderne Sklaverei"},"content":{"rendered":"<p>Wallraff undercover bei GLS:<\/p>\n<p><strong>Menschenschinderei<\/strong> bei <strong>Paketzusteller<\/strong>!<\/p>\n<p>Der Enth\u00fcllungsjournalist G\u00fcnter Wallraff war wieder einmal unter falscher Identit\u00e4t unterwegs &#8211; diesmal beim europaweit t\u00e4tigen Paketzusteller GLS. Nach mehrmonatigen Recherchen und Undercover-Einsatz f\u00fcr RTL und das \u201cZeit-Magazin\u201c prangert der 69-j\u00e4hrige Schriftsteller \u201cMenschenschinderei mit System\u201c an. \u201cFahrer werden dort zu schwer durchschaubaren Bedingungen und in oft nur m\u00fcndlichen Vertr\u00e4gen als Subunternehmer verpflichtet, ohne dass GLS sie auf die unternehmerischen und finanziellen Risiken hinweist. Viele werden total ausgebeutet, geraten in eine Schuldenfalle &#8211; und GLS stiehlt sich geschickt und komplett aus der Verantwortung\u201c, sagte Wallraff am Mittwoch in D\u00fcsseldorf.<br \/>\nEr hatte dort an verschiedenen Standorten mitgearbeitet und recherchiert &#8211; und habe Arbeitsbedingungen festgestellt, die k\u00f6rperlich, nervlich und finanziell ruinieren\u201c, betonte der Autor. \u201cEs konnten oft keine Pausen gemacht werden, nachts waren nur vier oder f\u00fcnf Stunden Schlaf drin. Das Unfallrisiko ist enorm.\u201c Und: \u201cWir waren in verbeulten Karren und bei Schnee und Eis auch mit Sommerreifen unterwegs\u201c, erz\u00e4hlt der 69-J\u00e4hrige. \u201cEs ist ein System, das eine Form von moderner Sklaverei mitten in Deutschland darstellt.\u201c Viele tausend Menschen seien betroffen, vor allem j\u00fcngere und m\u00e4nnliche Besch\u00e4ftigte.<\/p>\n<p>In der GLS-Germany-Zentrale in Neuenstein und bei der als GLS-Pressestelle angegebenen Agentur Stroomer PR in Hamburg war am Abend kurz vor Ausstrahlung der TV-Doku bei RTL zun\u00e4chst niemand f\u00fcr eine Stellungnahme erreichbar. Auf eine Anfrage des \u201cZeit-Magazin\u201c antwortete GLS: \u201cDie Transportunternehmen werden bei der Erledigung von Transportauftr\u00e4gen von GLS grunds\u00e4tzlich zur Besch\u00e4ftigung von Fahrern in rechtskonformen, sozialversicherungspflichtigen Anstellungsverh\u00e4lt<\/p>\n<p>\u201cEin Skandal ist auch, dass die ersten Stunden gar nicht bezahlt werden. Wenn die Fahrer um 5.00 Uhr die Pakete aus den Depots holen, vom Band nehmen, scannen und in die Wagen tragen, werden diese zwei, drei Stunden nicht bezahlt. GLS zahlt seinen Subunternehmern nur einen Preis pro Paket\u201c, kritisierte Wallraff. Es handele sich um \u201cprek\u00e4re Besch\u00e4ftigung\u201c und um Dumpingl\u00f6hne von oft nur umgerechnet drei bis f\u00fcnf Euro pro Stunde. Er habe 14-Stunden-Eins\u00e4tze bis zur totalen Ersch\u00f6pfung erlebt, Schlafdefizite, Drangsalierung. Arbeitsschutzgesetze w\u00fcrden klar missachtet. \u201cGegen\u00fcber den Beh\u00f6rden werden manipulierte Angaben gemacht.\u201c<\/p>\n<p>Die unzumutbaren Praktiken erfolgten \u201cmit Wissen des Konzerns und mit System\u201c, betonte der Autor. Es handle sich um eine Form von Scheinselbstst\u00e4ndigkeit, in die Menschen gedr\u00e4ngt w\u00fcrden, \u201cdie keine Wahl haben und die erst mal einfach froh sind, irgendwie in Arbeit zu kommen.\u201c Die Konditionen seien schwer durchschaubar, auch was etwa die Risiken bei Unfall oder Krankheit betreffe.<\/p>\n<p>GLS (General Logistics Systems) mit Sitz in Amsterdam hat nach eigenen Angaben gut 210 000 Kunden in Europa, davon rund 40 000 in Deutschland. Laut Homepage gibt es bundesweit f\u00fcr den Paket- und Express-Service 57 Depots, und 3850 Zustellerfahrzeuge sind im Einsatz.<\/p>\n<p>Verbraucher k\u00f6nnen selbst etwas tun<br \/>\nDen Namen des Unternehmens hatte Wallraff bis kurz vor Ausstrahlung seiner einst\u00fcndigen Reportage um 21.15 Uhr bei RTL nicht nennen wollen. Er habe eine einstweilige Verf\u00fcgung gegen die Ver\u00f6ffentlichung im Fernsehen und auch im \u201cZeit-Magazin\u201c am Donnerstag bef\u00fcrchtet, sagte er zur Begr\u00fcndung. Der Verbraucher k\u00f6nne diesem expandierenden europ\u00e4ischen Konzern m\u00f6glicherweise Einhalt gebieten oder Verbesserungen bewirken, in dem er nicht immer \u201conline, schnell und billigst\u201c bestelle, meinte Wallraff.<\/p>\n<p>Nach seiner Einsch\u00e4tzung ist der Konzern nicht der einzige, der Dumpingl\u00f6hne zahlt und Verst\u00f6\u00dfe gegen arbeitsrechtliche Regelungen bewusst in Kauf nimmt. \u201cBei mir h\u00e4ufen sich Zuschriften von vielen Betroffenen aus den unteren Hierarchie-Ebenen, aber auch von Managern, die diese Zust\u00e4nde nicht mehr verantworten wollen.\u201c<\/p>\n<p>Er hoffe, nun auch m\u00f6glichst viele Betroffene \u00fcber den Privatsender RTL zu erreichen: \u201cDie, auf die es mir sehr ankommt, sind die J\u00fcngeren. Das sind die, die vielleicht weniger B\u00fccher lesen\u201c, sagte Wallraff. Der Journalist hat auch diesmal sein Aussehen ver\u00e4ndert und sich auf j\u00fcnger trimmen lassen. Seit den siebziger Jahren sorgt er mit seinen Undercover-Recherchen f\u00fcr Schlagzeilen, etwa als \u201cBild\u201c-Reporter oder als t\u00fcrkischer Gastarbeiter Ali. Seine Recherche \u00fcber schlechte Bezahlung und mangelnden Arbeitsschutz in einer Gro\u00dfb\u00e4ckerei, die einem Discounter zuliefert, f\u00fchrte zu einem noch laufenden Prozess gegen den Firmenchef.<\/p>\n<p>31.05.12 &#8211; Quelle dpa<\/p>\n<p>Fazit: immer sch\u00f6n Trinkgeld geben&#8230;<\/p>\n<p><strong>Paketdienste<\/strong> &#8211; Unw\u00fcrdige Arbeitsbedingungen f\u00fcr die Fahrer!<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/FmFo0ePV-LQ\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Schlechte Arbeitsbedingungen undercover!<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/X_U6ShrNNPk\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Made in China &#8211; arbeiten f\u00fcr 1 Dollar am Tag!<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"420\" height=\"315\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/Yq2eycKYZUA\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wallraff undercover bei GLS: Menschenschinderei bei Paketzusteller! 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