{"id":906,"date":"2025-03-03T18:34:57","date_gmt":"2025-03-03T18:34:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gibs-mir.com\/blognews\/?p=906"},"modified":"2025-03-03T18:34:57","modified_gmt":"2025-03-03T18:34:57","slug":"erste-demokratie-wie-amerika-die-welt-der-indianer-zerstoerte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gibs-mir.com\/blognews\/?p=906","title":{"rendered":"Erste Demokratie wie Amerika die Welt der Indianer zerst\u00f6rte"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><span style=\"color:#eb1414\" class=\"has-inline-color\">Wie Amerika die Welt der Indianer zerst\u00f6rte<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um die erste moderne Demokratie zu errichten,<br>begingen die Amerikaner einen \u00abEthnozid\u00bb.<br>Ein Buch des Luzerner Historikers Aram Mattioli ver\u00e4ndert unseren Blick auf die USA.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"29\"><li>Dezember 1890: Beim Massaker von Wounded Knee in South Dakota ermordeten US-Soldaten 300 Sioux-Indianer<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>\u00abAlle Menschen sind gleich.\u00bb<br>Der ber\u00fchmte Satz aus der amerikanischen \u00adUnabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung war revolution\u00e4r<br>im Zeitalter von Feudalismus und Kolonialismus, und er hat seine Sprengkraft nicht verloren.<br>Die britischen Kolonien in Nordamerika sagten sich damals vom englischen K\u00f6nig los<br>und gr\u00fcndeten 1776 die USA. Sie verpflichteten sich den Menschenrechten,<br>der Gewaltentrennung und der Demokratie \u2013 es war ein Highlight der Aufkl\u00e4rung.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings war das, was da weltweit ausstrahlte,<br>nur das \u00abSonnengesicht der neuen Republik\u00bb,<br>wie der Luzerner Historiker Aram Mattioli schreibt.<br>Ausgerechnet im aufkl\u00e4rerischen Gr\u00fcndungsdokument der USA wurden die Indianer<br>zu Feinden der Amerikaner und ihrer vermeintlich legitimen Landinteressen erkl\u00e4rt.<br>Mattiolis j\u00fcngstes Buch \u00abVerlorene Welten: Eine Geschichte der Indianer Nordamerikas\u00bb<br>stellt eindr\u00fccklich die bis heute kleingeredete Katastrophe der First Peoples dar,<br>so die wissenschaftliche Bezeichnung der nordamerikanischen Ureinwohner.<br>Erstmals liegt damit ein deutschsprachiger \u00dcberblick der US-Geschichte vor,<br>der das Drama der Besiegten ins Zentrum stellt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2df41a\" class=\"has-inline-color\">\u00dcber 500 Indianersprachen<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer Mattiolis Buch gelesen hat, blickt anders auf die Geschichte der USA.<br>\u00abDie Zerst\u00f6rung des indianischen Nordamerika darf als Schl\u00fcsselereignis<br>nicht mehr l\u00e4nger aus der Geschichte der USA wegretuschiert werden\u00bb,<br>schreibt Mattioli. Er liefert dazu die Grundlagen,<br>chronologisch von der ersten weissen Kolonisation des gelobten Landes<br>\u00fcber den Frontier-Mythos bis zum gewaltsamen Tod von Sioux-H\u00e4uptling Sitting Bull 1890.<br>Dabei spricht der Autor das Unrecht offen an:<br>\u00abDie indianische Seite ernst zu nehmen,<br>bedeutet, die Geschichte Nordamerikas neu zu denken.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Mattioli beginnt bei Thomas Jefferson, dem amerikanischen S\u00e4ulenheiligen,<br>der die Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung entworfen hatte.<br>Der selbsterkl\u00e4rte Aufkl\u00e4rer hielt auf seinem Anwesen in Monticello,<br>Virginia, 175 Sklaven, denen er jene Menschenrechte vorenthielt,<br>die er so sch\u00f6n pries. Ebenso scheinheilig zeigte er sich gegen\u00fcber den Indianern.<br>Zwar interessierten ihn als Gelehrten deren Geschichte und Rituale.<br>Zumal ein Indianer nicht einfach ein Indianer war:<br>Es gab \u00fcber 500 Nationen mit eigener Sprache;<br>die First Peoples hatten deshalb eine ausgekl\u00fcgelte Geb\u00e4rdensprache als Lingua franca entwickelt.<br>Als dritter US-Pr\u00e4sident (1801\u20131809) ordnete Jefferson dann aber an,<br>die angeblich barbarische Unkultur auszul\u00f6schen.<br>\u00abWie viele andere weisse Amerikaner st\u00f6rte ihn gerade das Indianische an den Indianern\u00bb,<br>schreibt Mattioli.<\/p>\n\n\n\n<p>Jefferson pr\u00e4gte Washingtons Indianerpolitik bis ins 20. Jahrhundert.<br>Hervorgegangen aus einer antikolonialen Revolution,<br>geb\u00e4rdeten sich die USA rasch als Kolonialmacht, die nach Westen expandierte.<br>Es galt die \u00abDoktrin der Entdeckung\u00bb, wonach der Neuank\u00f6mmling in Besitz nahm,<br>was er vorfand.<br>Die Weissen, die nach Westen vorstiessen, erkl\u00e4rten den Indianern,<br>Jefferson sei nun ihr neuer \u00abGrosser Vater\u00bb, und als \u00abseine Kinder\u00bb<br>schuldeten sie ihm gef\u00e4lligst Gehorsam.<br>Doch schon bald wollte der neue Vater die Kinder wieder loswerden,<br>um Platz zu schaffen f\u00fcr europ\u00e4ische Einwanderer.<br>Jefferson schlug vor, die Indianer in Gebiete westlich des Mississippi umzusiedeln.<br>Damit wurde der Aufkl\u00e4rer zum \u00abVordenker von Deportation und ethnischer Segregation\u00bb,<br>stellt Genozidforscher Mattioli fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Was Jefferson ausgedacht hatte, setzte sein Nachfolger Andrew Jackson radikal um.<br>Der erste Frontier-Pr\u00e4sident war an der Grenze zur \u00abWildnis\u00bb<br>in einer Blockh\u00fctte aufgewachsen und hatte als US-Offizier gegen die Indianer gek\u00e4mpft.<br>Die First Peoples nannten ihn \u00abScharfes Messer\u00bb,<br>weil seine Soldaten den toten Indianern die Nasenspitzen aus dem Gesicht geschnitten hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgestiegen zum Nationalhelden, kandidierte Jackson 1828 f\u00fcrs Weisse Haus und pflegte seinen Ruf,<br>ein Mann des Volkes zu sein.<br>Der Wahlkampf stiess auf nie da gewesenes Interesse, auch wegen einer Wahlrechtsreform,<br>die den \u00adBeginn der Massendemokratie markierte.<br>Wobei Mattioli kritisch anmerkt:<br>\u00abDie Demokratisierung des politischen Systems und der Aufstieg<br>des Rassendenkens vollzogen sich Hand in Hand.\u00bb<br>Jackson versprach seinen Anh\u00e4ngern, die Indianer endg\u00fcltig zu enteignen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der junge dynamische Westen forderte damit das alte Neuengland heraus.<br>Amtsinhaber John Quincy Adams aus Massachusetts war der Gegner des Populisten aus Tennessee.<br>Andrew Jackson karikierte Pr\u00e4sident Adams als arroganten Aristokraten aus Boston,<br>und eine Welle von Anti-Establishment-Frustrationen trug ihn an die Macht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#ee1f18\" class=\"has-inline-color\">Parallelen zu Donald Trump<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kommt einem das nicht bekannt vor?<br>Die Parallelen zwischen dem 7. und dem 45. US-Pr\u00e4sidenten<br>bleiben jedoch unerw\u00e4hnt in Mattiolis Buch,<br>der Name Trump taucht nicht auf,<br>wie es sich f\u00fcr eine wissenschaftliche Darstellung mit 100-seitigem Anhang geh\u00f6rt.<br>Dennoch ist bekannt, dass Donald Trump Jackson als Vorbild betrachtet.<br>Er liess dessen Portr\u00e4t, bis vor kurzem auch auf der 20-Dollar-Note,<br>im Oval Office aufh\u00e4ngen und pries das \u00abgrosse Herz\u00bb<br>des \u00adIndianerhassers und Sklavenhalters.<\/p>\n\n\n\n<p>Jackson startete \u00e4hnlich fulminant in seine Pr\u00e4sidentschaft (1829\u20131837)<br>wie sein politischer Nachkomme.<br>Der \u00abeingefleischte Rassist\u00bb peitschte das Gesetz zur \u00abBeseitigung der Indianer\u00bb durch den Kongress.<br>Es wirkte verheerend,<br>unter Jackson und seinen Nachfolgern wurden bis zu 100&#8217;000 Indianer in sogenannte Reservate deportiert.<br>\u00abWenn der Wilde Widerstand leistet, verlangt die Zivilisation,<br>mit den Zehn Geboten in der einen und dem Schwert in der anderen Hand,<br>seine unmittelbare Aus\u00adl\u00f6schung\u00bb, hiess es in Washington.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sich die Cherokee 1838 dem Befehl widersetzten,<br>das Land ihrer Ahnen zu verlassen, holten 7000 US-Soldaten die Indianer von den Feldern.<br>Die Kavallerie eskortierte die Cherokee auf dem \u00abPfad der Tr\u00e4nen\u00bb<br>\u00fcber 1600 Kilometer von Georgia in ein karges Territorium im Gebiet des heutigen Bundesstaates Oklahoma.<br>Allein auf diesem \u00abTodesmarsch\u00bb kamen 4000 Indianer ums Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gouverneur von Kalifornien schwadronierte vom notwendigen \u00abAusrottungskrieg\u00bb,<br>St\u00e4dte setzten Pr\u00e4mien aus f\u00fcr indianische K\u00f6pfe, Ohren und Skalps.<\/p>\n\n\n\n<p>Die USA breiteten sich rasant nach Westen aus.<br>W\u00e4hrend die nicht indianische Bev\u00f6lkerung von 1800 bis 1900 von 5 auf 75 Millionen explodierte,<br>ging die bereits arg geschrumpfte Zahl von Native Americans von 600&#8217;000 auf 237&#8217;000 zur\u00fcck.<br>(1492 waren es noch 5 bis 10 Millionen in Nordamerika.)<br>Die Indianer versuchten den \u00abSiedlerkolonialismus\u00bb aufzuhalten,<br>sie griffen die Frontier an,<br>skalpierten die Eindringlinge oder stopften den Toten Dreck in die M\u00fcnder,<br>um ihre Verachtung f\u00fcr die landhungrigen Amerikaner auszudr\u00fccken.<br>Doch es blieb bei Einzelaktionen,<br>die Indianer hatten der weissen Walze wenig entgegenzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem nicht in Kalifornien, bis heute ein Sehnsuchtsort.<br>Auch f\u00fcr den Schweizer Pleitier Johann August Sutter,<br>der sich hier den amerikanischen Traum erf\u00fcllte.<br>Allerdings auf Kosten der Ureinwohner,<br>die der Indianerschinder aus Burgdorf als Arbeitssklaven einsetzte und denen er das Essen,<br>gekochten Weizenbrei, in Futtertr\u00f6gen verabreichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Katastrophe kam 1848, als in der N\u00e4he von Sutters Farm Gold gefunden wurde:<br>Weisse Eindringlinge \u00fcberrannten Kalifornien, sie zerst\u00f6rten Ackerland und Jagdgr\u00fcnde,<br>mordeten und brandschatzten.<br>Die Indianer waren nur noch im Weg.<br>Der Gouverneur von Kalifornien schwadronierte vom notwendigen \u00abAusrottungskrieg\u00bb,<br>St\u00e4dte setzten Pr\u00e4mien aus f\u00fcr indianische K\u00f6pfe, Ohren und Skalps.<br>Todesschwadronen ver\u00fcbten \u00abregionale Genozide\u00bb, wie Mattioli schreibt,<br>wobei er nicht alle Massaker thematisiert, da es schlicht zu viele gegeben habe.<br>Ausserdem schleppten \u00adHorden<br>von Goldgr\u00e4bern und Siedlern Pocken, Masern, Typhus, Diphtherie und Influenza ein,<br>was zum demografischen Kollaps der Indianer f\u00fchrte.<br>In den ersten 20 Jahren des Goldrauschs kamen 120&#8217;000 ums Leben,<br>so viele wie sonst nirgends im selben Zeitraum.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#ed1c15\" class=\"has-inline-color\">Angriffe auf schlafende D\u00f6rfer<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der indianischen Kultur den Todesstoss versetzte General Philip H. Sheridan.<br>Von ihm stammt der Ausspruch: \u00abDie einzigen guten Indianer,<br>die ich je sah, waren tot.\u00bb 1868 f\u00fchrte er einen Winterkrieg gegen alle Ureinwohner,<br>die sich nicht in den Reservaten aufhielten.<br>Der Feldzug sollte sie endg\u00fcltig unter das Joch der USA zwingen.<br>Dabei wurde der Tod Unschuldiger einkalkuliert,<br>besonders bei Angriffen auf schlafende D\u00f6rfer.<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#e72b1a\" class=\"has-inline-color\">Wobei es gar nicht n\u00f6tig war, die Indianer systematisch zu ermorden:<br>Die Beinahe-Ausrottung der Bisonherden w\u00e4hrend des Eisenbahnbaus<br>raubte den Reiternomaden ihre Lebensgrundlage.<br>\u00abEin kalter Wind blies durch die Ebenen,<br>als der letzte B\u00fcffel fiel \u2013 ein Todeswind f\u00fcr mein Volk\u00bb,<br>sagte Sitting Bull. Was den Indianern widerfuhr,<br>war insgesamt kein Genozid,<br>die Gewalt bewegte sich meistens unter der Schwelle des V\u00f6lkermords.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Aber es war ein \u00abEthnozid\u00bb, wie Mattioli schreibt:<br>\u00abDas Ziel war, ihre alte Lebensweise m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig auszuradieren<br>und die Macht der traditionellen Chiefs f\u00fcr immer zu brechen.\u00bb<br>Am 4. September 1886 war es so weit:<br>In einem letzten Showdown unterwarfen die US-Truppen im Skeleton Canyon<br>den Apachen-H\u00e4uptling Geronimo und seine 36 Krieger.<br>Damit endete der bewaffnete Widerstand gegen die weissen Siedler.<br>Die Vereinigten Staaten kontrollierten fortan<br>die ganze Landmasse zwischen Atlantik und Pazifik.<\/p>\n\n\n\n<p>Den P\u00e4dagogen ging es darum, die \u00abkulturelle Identit\u00e4t indianischer Kinder zu zerschlagen\u00bb,<br>schreibt Mattioli.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit nicht genug. Nun warf Washington die Amerikanisierungsmaschine an.<br>Wer beim grossen Umerziehungsprogramm nicht mitmachte,<br>erhielt keine Essensrationen mehr.<br>Den Indianern, nun \u00abM\u00fcndel der Regierung\u00bb,<br>wurden die Kinder weggenommen und in ferne Internate gesteckt.<br>Einige dieser Schulen waren bis Mitte des 20. Jahrhunderts in Betrieb.<br>Den P\u00e4dagogen ging es darum, die \u00abkulturelle Identit\u00e4t indianischer Kinder zu zerschlagen\u00bb,<br>schreibt Mattioli: \u00abDie Internatsschulen waren Teil eines kolonialen Projekts,<br>das, als die Schlachten um das Land entschieden waren,<br>sich nun der K\u00f6pfe, Herzen und K\u00f6rper der Indianer annahm.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#f02525\" class=\"has-inline-color\">Kaum ein Elternpaar gab seine Kinder freiwillig her.<br>Die Kinder erlitten beim Eintritt in die Boarding Schools einen Kulturschock,<br>das Band zur Heimat wurde zerschnitten, die Muttersprache verboten.<br>In den ersten Tagen wurden ihnen die langen Haare geschnitten.<br>Ein traumatischer Vorgang etwa bei den Sioux,<br>wo nur Trauernde oder Feiglinge kurze Haare trugen.<br>Dazu kam die k\u00f6rperliche Z\u00fcchtigung, was den Indianern v\u00f6llig fremd war.<br>Tausende Z\u00f6glinge \u00fcberlebten den Kampf gegen ihre Kultur nicht.<br>Sie folgten Sitting Bull: \u00abIch w\u00fcrde lieber als Indianer sterben,<br>als wie ein weisser Mann zu leben.\u00bb<\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Bei allem, was ihnen widerfahren ist, erstaunt es, dass die Indianer noch da sind.<br>Heute leben drei Millionen in den USA, zum Teil in den 300 Reservaten.<br>Sie haben sich den Siegern angepasst.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbAram Mattioli sagt kein Wort zu viel.<br>Er beschreibt nur, was geschah, und das<br>reicht, um sich mit dem Gedanken zu plagen,<br>dass die moderne Welt in ihren Urspr\u00fcngen rassistisch ist.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Aram Mattioli: Verlorene Welten:<br>Eine Geschichte der Indianer Nordamerikas 1700\u20131910. 464 S.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span class=\"has-inline-color has-blue-color\">Wie nennen sich die Indianer selbst?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den USA sprechen viele Menschen lieber von &#8222;Native Americans&#8220;,<br>in Kanada von \u201cFirst Nations\u201d.<br>Im Deutschen gibt es keine wirkliche Alternative,<br>wenn man nicht diese englischen Begriffe benutzen will.<br>Und viele der indigenen Amerikaner bezeichnen sich selbst als &#8222;Indians&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#5ff41a\" class=\"has-inline-color\">Welche St\u00e4mme gibt es?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bekannte Indianerst\u00e4mme sind zum Beispiel:<br>&#8222;Sioux&#8220;, &#8222;Hopi&#8220;, &#8222;Pawnee&#8220;, &#8222;Comanchen&#8220;, &#8222;Irokesen&#8220;, &#8222;Apachen&#8220;, &#8222;Shawnee&#8220;,<br>&#8222;Schoschonen&#8220;, &#8222;Cheyenne&#8220;, &#8222;Cherokee&#8220;, &#8222;Navajo&#8220;, &#8222;Blackfoot&#8220; und &#8222;Creek&#8220;.<br>Viele Ortsnamen in den USA und in Kanada sind nach Indianerst\u00e4mmen benannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die indigenen V\u00f6lker Amerikas hatten eine tief verwurzelte,<br>nachhaltige Beziehung zur Natur, die auf Respekt,<br>Gleichgewicht und Verantwortungsbewusstsein basierte.<br>Hier sind einige zentrale Aspekte ihrer nachhaltigen Lebensweise:<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span class=\"has-inline-color has-blue-color\">Ganzheitliches Weltbild \u2013<\/span><\/strong><br>Viele indigene Kulturen betrachteten die Natur als lebendig und mit spirituellen Kr\u00e4ften verbunden,<br>was zu einem respektvollen Umgang mit Tieren, Pflanzen und Landschaften f\u00fchrte.<br><strong><span style=\"color:#3fed25\" class=\"has-inline-color\">Nachhaltige Jagd \u2013<\/span><\/strong><br>Tiere wurden nicht aus \u00dcberma\u00df gejagt, sondern nur, wenn sie gebraucht wurden.<br>Zudem nutzten sie fast alle Teile eines Tieres (Fleisch, Fell, Knochen), um Verschwendung zu vermeiden.<br><strong><span style=\"color:#f4ae17\" class=\"has-inline-color\">Bewusstes Sammeln \u2013<\/span><\/strong><br>Pflanzen, Beeren und Heilkr\u00e4uter wurden mit Bedacht geerntet, oft mit der Regel,<br>niemals eine ganze Pflanze oder einen gesamten Bestand zu entnehmen.<br><strong><span style=\"color:#e7eb18\" class=\"has-inline-color\">Wanderwirtschaft \u2013<\/span><\/strong><br>Viele V\u00f6lker, insbesondere Nomaden, zogen weiter, bevor die Natur \u00fcberbeansprucht wurde,<br>sodass sich \u00d6kosysteme regenerieren konnten.<br><strong><span style=\"color:#5cf420\" class=\"has-inline-color\">Drei-Schwestern-Landwirtschaft \u2013<\/span><\/strong><br>Einige sesshafte V\u00f6lker, wie die Irokesen, nutzten eine nachhaltige Anbaumethode mit Mais,<br>Bohnen und K\u00fcrbis, die sich gegenseitig unterst\u00fctzten und den Boden n\u00e4hrstoffreich hielten.<br><strong><span style=\"color:#e7221b\" class=\"has-inline-color\">Brandrodung in Ma\u00dfen \u2013<\/span><\/strong><br>Manche St\u00e4mme setzten Feuer gezielt ein, um W\u00e4lder zu erneuern,<br>Grasland zu f\u00f6rdern und Wildtiere anzulocken, jedoch in einem kontrollierten Rahmen.<br><strong><span class=\"has-inline-color has-blue-color\">Wasserquellen sch\u00fctzen \u2013<\/span><\/strong><br>Fl\u00fcsse und Seen galten als heilig, und viele V\u00f6lker hielten Rituale ab,<br>um sie rein zu halten und ihre nachhaltige Nutzung zu sichern.<br><strong><span style=\"color:#37f01a\" class=\"has-inline-color\">Respektvolle Waldnutzung \u2013<\/span><\/strong><br>B\u00e4ume wurden nur gef\u00e4llt, wenn es notwendig war,<br>und oft wurden Gebete oder Dankeszeremonien abgehalten, um den Verlust auszugleichen.<br><strong><span style=\"color:#ebac23\" class=\"has-inline-color\">Zirkul\u00e4re Wirtschaftsweise \u2013<\/span><\/strong><br>Werkzeuge, Kleidung und andere Gegenst\u00e4nde wurden oft repariert,<br>wiederverwendet oder weitergegeben, um Ressourcen zu schonen.<br><strong><span style=\"color:#edea1d\" class=\"has-inline-color\">Kollektives Verantwortungsgef\u00fchl \u2013<\/span><\/strong><br>Entscheidungen wurden oft mit Blick auf zuk\u00fcnftige Generationen getroffen,<br>nach dem Prinzip der \u201eSieben-Generationen-Regel\u201c der Irokesen:<br>Jede Handlung sollte so gestaltet sein,<br>dass sie auch noch in sieben Generationen nachhaltig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Prinzipien zeigen, dass indigene V\u00f6lker nicht nur von der Natur lebten,<br>sondern auch aktiv dazu beitrugen, sie zu sch\u00fctzen und im Gleichgewicht zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#f48b1b\" class=\"has-inline-color\">\u2013 indianische Weisheit<\/span><\/strong><br>Menschen, die nur arbeiten, haben keine Zeit zum Tr\u00e4umen.<br>Nur wer tr\u00e4umt, gelangt zur Weisheit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#f22112\" class=\"has-inline-color\">\u00dcber Arbeit, Geld und Besitz<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet,<br>der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen,<br>dass man Geld nicht essen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#f98e13\" class=\"has-inline-color\">\u2013 Smohalla<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#6ff21e\" class=\"has-inline-color\">\u00dcber die Natur und das gro\u00dfe Ganze<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die alten Dakota-Indianer waren weise. Sie wussten, dass das Herz eines Menschen,<br>der sich der Natur entfremdet, hart wird. Sie wussten,<br>dass mangelnde Ehrfurcht vor allem Lebendigen und allem, was in der natur w\u00e4chst,<br>bald auch die Ehrfurcht vor dem Menschen absterben l\u00e4sst.<br>Deshalb war der Einfluss der Natur, die den jungen Menschen feinf\u00fchlig machte,<br>ein wichtiger Bestandteil ihrer Erziehung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#ed7f19\" class=\"has-inline-color\">\u2013 Chief Dan George<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages wird die Erde weinen, sie wird um ihr Leben flehen,<br>sie wird Tr\u00e4nen von Blut weinen.<br>Ihr werdet die Wahl haben, ihr zu helfen oder sie sterben zu lassen,<br>und wenn sie stirbt, sterbt ihr auch.<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#e72e16\" class=\"has-inline-color\">Mein Herz ist wie ein Stein, da ist keine weiche Stelle mehr.<br>Ich habe den wei\u00dfen Mann bei der Hand genommen,<br>weil ich ihn f\u00fcr einen Freund hielt.<br>aber er ist kein Freund, die Regierung hat uns betrogen,<br>Washington ist verdorben.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#f4312b\" class=\"has-inline-color\">Kicking Bird, Kiowa,<br>nachdem die USA 1873 den Vertrag von Medicine Lodge verletzten.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Wir wollen die Wei\u00dfen nicht hier haben.<br>Die Black Hills geh\u00f6ren uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies erkl\u00e4rte Sitting Bull vor der Entweihung der Black Hills.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte, dass man sich daran erinnert,<br>dass ich als letzter Mann meines Stammes mein Gewehr abgab.<\/p>\n\n\n\n<p>Sitting Bull, Hunkpapa-Lakota, 1881<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#f68f22\" class=\"has-inline-color\">Sie gaben uns viele Versprechen,<br>mehr als ich mich erinnern kann,<br>doch sie hielten keines au\u00dfer einem,<br>sie versprachen, unser Land zu nehmen,<br>und sie nahmen es.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#ee7123\" class=\"has-inline-color\">Ein Sioux-\u00c4ltester beschreibt den<br>Umgang der Wei\u00dfen mit den Indianern (1890).<\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Als Pfad der Tr\u00e4nen (englisch Trail of Tears, Cherokee \u13a8\u13e5\u13a7\u13b2\u13d3 \u13a0\u13c1\u13ac\u13a2 getsikahvda anegvi)<br>wird die Vertreibung nordamerikanischer Ureinwohner (\u201eIndianer\u201c)<br>aus dem fruchtbaren s\u00fcd\u00f6stlichen Waldland der USA in das eher karge Indianerterritorium<br>im heutigen Bundesstaat Oklahoma bezeichnet.<br>Die Deportationen indianischer St\u00e4mme stellen eine historische Z\u00e4sur dar<br>und markieren den Tiefpunkt in den Beziehungen<br>der Ureinwohner und der Regierung der Vereinigten Staaten.<\/p>\n\n\n\n<p>1889 und der nahezu vollst\u00e4ndigen Ausrottung der Bisons durch wei\u00dfe Siedler<br>waren die Sioux-Indianer der Dakotas in einer verzweifelten Situation.<br>Ihre Kultur drohte zu verschwinden.<br>Aus einst stolzen J\u00e4gern waren Bittsteller geworden\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vertreibung_der_Indianer\" target=\"_blank\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vertreibung_der_Indianer<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pfad_der_Tr%C3%A4nen\" target=\"_blank\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pfad_der_Tr%C3%A4nen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Massaker_von_Wounded_Knee\" target=\"_blank\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Massaker_von_Wounded_Knee<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlacht_am_Little_Bighorn\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlacht_am_Little_Bighorn<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Warum man sich zu Karneval auch als Indianer verkleiden kann.<br>Weise &amp; naturverbundenen, im Einklang mit der Welt und Natur.<br>Erinnere an ein stolzes Volk.<br>Nachhaltigkeit war f\u00fcr Sie kein Fremdwort\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie Amerika die Welt der Indianer zerst\u00f6rte Um die erste moderne Demokratie zu errichten,begingen die Amerikaner einen \u00abEthnozid\u00bb.Ein Buch des Luzerner Historikers Aram Mattioli ver\u00e4ndert unseren Blick auf die USA. Dezember 1890: Beim Massaker von Wounded Knee in South Dakota &hellip; <a href=\"https:\/\/www.gibs-mir.com\/blognews\/?p=906\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[507,502,524,519,511,522,520,499,517,514,513,504,498,495,508,521,496,516,497,525,515,518,503,501,523,500,505,512,506,510,509,528,526],"class_list":["post-906","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-algonquin","tag-apachen","tag-black-kettle","tag-blackfoot","tag-cherokee","tag-crazy-horse","tag-creek","tag-deportationen","tag-first-nations","tag-geronimo","tag-goldrausch","tag-hopis","tag-indianer","tag-indianerreservaten","tag-indianische-weisheit","tag-indigene-voelker","tag-jagdgebiete","tag-kanada","tag-kolonisierung","tag-little-wolf","tag-native-americans","tag-navajo","tag-navajos","tag-nordamerika","tag-red-cloud","tag-reservaten","tag-shoshonen","tag-siedlerkolonialismus","tag-sioux","tag-sitting-bull","tag-south-dakota","tag-ureinwohner","tag-weisheit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gibs-mir.com\/blognews\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/906","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gibs-mir.com\/blognews\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gibs-mir.com\/blognews\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gibs-mir.com\/blognews\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gibs-mir.com\/blognews\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=906"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/www.gibs-mir.com\/blognews\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/906\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":921,"href":"https:\/\/www.gibs-mir.com\/blognews\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/906\/revisions\/921"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gibs-mir.com\/blognews\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=906"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gibs-mir.com\/blognews\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=906"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gibs-mir.com\/blognews\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=906"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}